Was ist Archäometrie ?
Archäometrie umfasst die Entwicklung
und den Einsatz naturwissenschaftlicher Methoden zur Lösung kulturhistorischer
Fragestellungen. Dies schließt die fächerübergreifende Mitwirkung der
Biowissenschaften, Chemie, Geowissenschaften und Physik von
naturwissenschaftlicher Seite sowie der archäologischen Disziplinen,
Kunstgeschichte, Denkmalpflege und Restaurierung von kulturhistorischer Seite
ein.
Warum braucht die Archäometrie in
Deutschland eine neue Organisationsform ?
Seit ca. 25 Jahren ist die
Archäometrie in Deutschland in zwei Arbeitskreisen organisiert, eingebunden
jeweils in eine große chemische und eine mineralogische Fachgesellschaft. Diese
Organisationsform wird dem heutigen Entwicklungsstand der Archäometrie nicht
mehr gerecht, und zwar aus mehreren Gründen:
Aus diesem Unbehagen heraus ist auf
dem Diskussionsforum Archäometrie am 29. und 30. November 1997 in
Heidelberg der Ruf nach einer Neuorganisation der Archäometrie laut geworden.
Am Ende stand der Wunsch nach einer integrierenden, flexiblen
Organisationsform, die das weite Spektrum der Archäometrie reflektiert und
forschungspolitisch aktiv vertritt. Es wurde eine Initiativgruppe
gewählt, um die erforderlichen weiteren Maßnahmen zur Reform vorzubereiten. Das
Ergebnis dieser Bemühungen liegt nun vor, nämlich die am 28.Mai 1999 anlässlich
des 3. Deutschen Archäologenkongresses in Heidelberg gegründete Gesellschaft
für Naturwissenschaftliche Archäologie ARCHAEOMETRIE .
Was will die neue Gesellschaft?
Ihr Zweck ist, Archäometrie in
Forschung und Lehre zu fördern. Sie sucht den fächerübergreifenden Dialog
zwischen naturwissenschaftlichen und kulturhistorischen Fächern, um damit zur
Lösung archäologischer, kunstgeschichtlicher und denkmalpflegerischer
Fragestellungen beizutragen, was sowohl chemische und physikalische als auch
biowissenschaftliche und geowissenschaftliche Methodik erfordert. Die
Gesellschaft soll dadurch die Funktion einer Schnittstelle zwischen
kulturhistorischen und naturwissenschaftlichen Fächern wahrnehmen. Zur
Erreichung dieses Zwecks sind Fachtagungen, wissenschaftliche
Veröffentlichungen und Informationen, Zusammenarbeit mit Institutionen
vergleichbarer Zielsetzung sowie sachbezogene Öffentlichkeitsarbeit vorgesehen.
Die Gesellschaft soll Ansprechpartner für andere Fachgesellschaften, für
Forschungsförderungseinrichtungen, für Verlage, für ausländische Partner und
bei Fragen der akademischen Lehre sein.